Im
17. und 18. Jahrhundert fand eine
gegenläufige Bewegung zu den
letzten beiden Jahrhunderten statt.
Tennis wurde nun wieder zu einem
Privileg des Adels. Vor allem in
seinem Ursprungsland Frankreich
ging die Bedeutung des Tennissports
deutlich zurück. Die Ursachen
hierfür sind vielfältig
und unter anderem auch in den Ereignissen
der französischen Revolution
zu suchen.
Einen deutlichen
Aufschwung fand das Spiel aber in
England und Schottland. Hier wurde
im 18. Jahrhundert von Major Walter
C. Wingfield das Rasentennis eingeführt.
Als Spielbälle dienten nun
hohle Gummibälle und in der
Mitte des Platzes wurde ein Netz
aufgestellt, genau so, wie es heute
noch praktiziert wird. Bald fanden
die ersten bedeutenden Tennisturniere
auf den Rasenplätzen statt.
Das erste Turnier wurde im Jahre
1877 vom All England Croquet and
Lawn Tennis Club veranstaltet. Die
Form der Bälle wurde immer
weiter verbessert. Bald wurden sie
mit weißem Flanell umhüllt.
Als Tenniskleidung bei den Herren
waren damals weiße lange Hosen
und Hemden sowie bei den Damen lange
weiße Kleider und Schuhe mit
hohen Absätzen vorgeschrieben.
Dies war auch die offizielle Turnierkleidung.
Tennis in Deutschland
Die ersten offiziellen
deutschen Tennismeisterschaften
bei den Herren wurden im Jahre 1892
ausgetragen, bei den Damen dann
im Jahre 1896. 1902 fand in Berlin
die Gründung der ersten deutschen
Tennisvereinigung, des Deutschen
Lawn tennis Bund, statt. Diese Vereinigung
ist der unmittelbare Vorläufer
des noch heute bestehenden Deutschen
Tennisbundes (DTB). Der Tennis-Weltverband
ITF wurde im Jahre 1913 in Paris
gegründet. Seit Mitte der 1920er
Jahre gibt es auch Profi-Tennisturniere.
Der Deutsche Tennisbund kann auf
eine sehr wechselvolle Geschichte
zurückblicken. In den ersten
Jahren wurde die deutsche Tennisszene
eindeutig von dem Spieler Otto Froitzheim
dominiert. Er wurde mehrmaliger
Internationaler Deutscher Meister
und im Jahre 1912 konnte er sogar
den Weltmeistertitel erringen. Nach
einem Boom in den 30er Jahren kam
dann der Tennissport infolge des
Zweiten Weltkrieges fast vollständig
zum Erliegen. So musste nach 1945
ein völliger Neustart in Angriff
genommen werden. 1948 fand unter
sehr schwierigen Bedingungen in
Rothenbaum wieder das erste Spiel
um die Internationale Deutsche Meisterschaft
statt und im Jahre 1949 kam es zur
Neugründung des Deutschen Tennisbundes.
Die Beliebtheit der Sportart Tennis
stieg in den Folgejahren ständig
an und erreichte in den 1980er Jahren,
vor allem bedingt durch die großartigen
Erfolge von Steffi Graf und Boris
Becker, einen vorher nie gekannten
Höhepunkt. So stieg die Mitgliederzahl
im DTB auf über eine Million
an. Schätzungsweise spielen
ca. 4 Mio. Menschen in Deutschland
Tennis. Tennis ist heute die beliebteste
Ballsportart. Die Mitgliedsbeiträge
in den Vereinen des Deutschen Tennisbundes
sind relativ moderat, sodass hier
Spieler aus nahezu allen Bevölkerungsschichten
anzutreffen sind. Tennis ist längst
kein Elitesport mehr. Es hält
fit und auch der Spaß und
die Geselligkeit kommen nicht zu
kurz. Beim Spiel werden vor allem
Ausdauer, Reaktionsfähigkeit
und Koordination geschult. Ambitionierte
Hobbysportler können auch an
Turnieren und Wettkämpfen teilnehmen.
|