Für westliche Industriefirmen
sind sie unentbehrlich; die seltenen Erden. Das
sind selten vorkommende Industriemetalle, die
zur Herstellung
von Handys, Computern sowie etlichen anderen
tragenden Elektronikprodukten und -komponenten
benötigt werden, und die zum Leidwesen westlicher
Länder zu 95 % aus China importiert werden
müssen. Verwirrung am
Weltmarkt: China schränkt den Handel
mit seltenen Erden weiter ein und treibt die Preise
ins Unendliche. Für 2010 sind in der zweiten
Jahrehälfte gerade einmal noch 8.000 Tonnen
für den Export vorgesehen. Im Vergleich zum
Vorjahr sind das 20.000 Tonnen weniger! Inzwischen
droht ein regelrechter Handelskrieg. Aktuelle
Informationen hierzu gibt es unter http://www.n-tv.de/wirtschaft/China-legt-sich-mit-USA-an-article5743121.html
in einem Artikel vom 13.03.2012.
Die häufig verwendete Bezeichnung
"Seltene Erden" wird oft missverständlich
eingesetzt, denn gemeint sind damit "Metalle
seltener Erden". Es handelt sich dabei um
die anorganischen Metalle der 3. Gruppe des Periodensystems
der Elemente, wobei Actinium nicht dazugehört,
die Lanthanoide wiederum schon. Bezeichnet werden
diese Stoffe auch als Seltenerdmetalle. Es gibt
insgesamt siebzehn dieser Metalle - eingesetzt
werden sie beispielsweise in der Industrie, wo
sie für viele unterschiedliche Verwendungszwecke
interessant sind.
Der Begriff der Seltenerdmetalle
Zur Zeit der Entdeckung der Seltenerdmetalle
wurden sie tatsächlich in seltenen Mineralien
gefunden. Aus diesen wurden sie in Form ihrer
Oxide isoliert - diese wurden früher als
Erden bezeichnet. Selten sind die Metalle allerdings
nicht, einige kommen häufiger in der Erdkruste
vor als weitaus bekanntere Metalle. Thulium
ist das seltenste stabile Seltenerdmetall und
kommt in der Erdkruste häufiger vor als
bekanntere Elemente wie Gold. Lediglich eines
der Seltenerdmetalle kann tatsächlich als
rar gesät bezeichnet werden: Dabei handelt
es sich um das kurzlebige radioaktive Element
Promethium. Trotzdem hat es einen Grund, dass
sich der Begriff der Seltenerdmetalle bis heute
gehalten hat. Die Vorkommen der betreffenden
Metalle liegen weit verstreut in Mineralien,
die auch heute noch in weit verstreuten, kleinen
Lagerstätten aufgefunden werden. Teils
sind sie auch als Beimischung in der Masse anderer
Mineralien zu finden. Seltenerdmetalle werden
deswegen meist zusammen mit anderen Bestandteilen
solcher Mineralien extrahiert.
Vorkommen der Seltenerdmetalle
Metalle der Seltenen Erden kommen auf der Erde
vor allem in der Volksrepublik China vor, wo
bis dato 36 Millionen entdeckte Tonnen verschiedener
Metalle aufgefunden wurden. Indien weist mit
3,1 Millionen Tonnen das zweit- und Grönland
mit 2,6 Millionen Tonnen das drittgrößte
Vorkommen der Erde auf. Abgebaut wird allerdings
auf Grönland noch nichts, da die geographischen
Bedingungen für eine Nutzung der Reservoirs
noch erforscht werden. In Indien, Brasilien
und Malaysia liegen ebenfalls größere
Vorkommen, die bereits großflächig
abgebaut werden. Außerhalb der Atmosphäre
wurden Seltenerdmetalle unter anderem auf dem
Mond entdeckt, wo sie zusammen mit Kalium und
Phosphor gefunden werden - teils findet man
diese Elemente auch auf erdnahen Objekten.
Einsatzgebiete als Industriemetalle
Die Metalle der Seltenen Erde sind in vielen
Schlüsseltechnologien der Industrie wichtige
Helfer. Sie sind sich in ihrer chemischen Struktur
zwar ähnlich, haben aber trotzdem unterschiedliche
Eigenschaften, die in vielen Branchen nützlich
sind. Lanthan ist
beispielsweise hauptsächlich als Legierungsmetall
relevant, da es als solches das Oxidationspotenzial
erheblich senkt. Als Lanthanoxid wird das Seltenerdmetall
auch in der Optik eingesetzt: Es sorgt im Glas
für einen hohen Brechungsindex, was den
Einsatz des Fabrikats als Kameralinse ermöglicht.
Am Beispiel des Metalls Yttrium
kann man erkennen, dass die Seltenerdmetalle
besonders oft in Verbindung mit anderen chemischen
Stoffen eingesetzt werden. So dient etwa Yttrium-Aluminium-Granat
als Laserkristall, als Mikrowellenfilter einsetzen
lässt sich Yttrium-Eisengranat. Selbst
das kurzlebige Element Prometium
lässt sich industriell einsetzen: Seine
Betastrahlen werden zur radiometrischen Dickenmessung
eingesetzt, während kleinere Radionuklidbatterien
mit dem Element sogar in der Raumfahrt verwendet
werden.
Seltene Erden auf dem Weltmarkt
Der Handel mit Seltenerdmetallen fällt
derzeit nicht leicht, da China den Markt dominiert.
Das ist der Volksrepublik durchaus bekannt,
allerdings hortet sie teils wichtige Metalle
wie Yttrium, Thulium und
Terbium, für die sogar ein Exportverbot
gelten soll. Der Umweltschutz wird beim Abbau
ebenfalls klein geschrieben. Da die Seltenerdmetalle
entweder leicht oder sehr giftig sind, werden
sie mit Säuren aus den Bohrlöchern
gewaschen. Der giftig gewordene Schlamm durch
diese Behandlung wird zurückgelassen, was
zum nachhaltigen Problem für das Abbaugebiet
werden kann. Geologen und Bergbaukonzerne erwarten
allerdings, dass sich die Lage frühestens
ab 2015 bessern wird, da größere
Vorkommen in anderen Teilen der Welt entdeckt
worden sind, die als politisch stabiler gelten.
Dazu gehört beispielsweise das riesige
Vorkommen der Seltenerdmetalle in Grönland,
das ab 2015 industriell abgetragen werden soll.
Auch in Kanada liegen größere Gebiete,
in denen die Metalle vorkommen.
Viele weitere fachspezifische Infos zu diesen
begehrten Rohstoffen findet man unter: