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Eine positive Trennungskultur im Unternehmen leben, wie geht das?


In der aktuellen Wirtschaftskrise haben bereits viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren, und vielen anderen droht dieses Schicksal noch...


NEWS-EINTRAG aus der Kategorie Beruf / Bildung vom 15.12.09 - 08:49 Uhr:

 

 

In unserer Beratung stellen wir nach wie fest, dass das Thema Beendigung von Arbeitsverhältnissen immer noch mit großen Unsicherheiten besetzt. Auch wenn Nachrichten über Personalabbau in unseren Medien mittlerweile an der Tagesordnung sind, sind in vielen Betrieben das Thema Trennung und der richtige Umgang damit nach wie vor tabu.
Was aber macht Trennungsmanagement so schwierig?


Das Thema Trennung ist in unserer Kultur grundsätzlich angstbesetzt. Es fehlt die Einsicht, dass eine Trennung für beide Seiten immer auch positive Aspekte hat.
Jedes Unternehmen, das dauerhaft am Markt bestehen und wachsen will, muss sich immer wieder verändern und neu erfinden. Trennungen gehen mit diesem Prozess einher. Aber auch der Mitarbeiter hat die Chance, sich in einem anderen Umfeld weiter zu entwickeln, und das ist grundsätzlich positiv, denn es ist ein Gesetz des Lebens, dass etwas enden muss, damit Neues entstehen kann.

Unsere Gesellschaft hängt aber immer noch der so genannten Industriegesellschaft nach, in der es erstrebenswert und normal war, in einer „Lebensstellung“ zu verharren, das heißt, einem Arbeitgeber ein Leben lang zu dienen oder jedenfalls keine häufigen beruflichen Wechsel aufzuweisen.
Fakt ist aber: die Industriegesellschaft ist zu Ende; wir leben heute in einer Informationsgesellschaft und die Arbeitswelt der Zukunft ist eine andere. Häufige berufliche Veränderungen werden für jeden Einzelnen normal sein. Außerdem werden viel mehr Menschen einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen.


Je eher wir uns mit dieser Realität vertraut machen, desto besser und es hilft, diese Tatsache als Chance zu verstehen. Es ist also an der Zeit, dass wir alle lernen, mit Trennungsprozessen umzugehen. Nur so kann eine positive Trennungskultur entstehen.

In Unternehmen bedarf es der Kompetenz der Führungskräfte, Trennungsprozesse professionell und würdevoll zu begleiten.
Realität ist jedoch, dass Führungskräfte die Verantwortung gern an die Personalabteilungen abgeben. Aber auch die Personaler selbst sind gefordert. Es liegt in deren Verantwortung, eine positive Trennungskultur in einem Betrieb einzuführen und die Führungskräfte darin zu schulen. Aufgabe einer Personalabteilung sollte es auch sein, dafür zu sorgen, dass Trennungen mit dem nötigen Respekt und Anstand vonstatten gehen. Sie hat die Prozesse zu überwachen und sollte auf das Einhalten der Regeln bestehen.

Immer wieder ist in der Praxis zu beobachtenden, dass Führungskräfte ohne Abstimmung mit der Personalabteilung die Botschaft einer Kündigung dem Betroffenen „auf die Schnelle“ mitteilen, dies oftmals sogar am Telefon, auf dem Gang oder per Email am Freitag Nachmittag. So ein Verhalten kann nur als entwürdigend und unsensibel bezeichnet werden, ist aber oftmals auf Unsicherheit der Führungskraft zurück zu führen.

Wie kann statt dessen ein professionelles Trennungsmanagement und eine positive Trennungskultur aussehen?

1. mit Anstand ...

Voraussetzung ist zunächst die Einsicht, dass Trennungsmanagement ein Teil der Organisations- und Personalentwicklung eines Unternehmens ist und kontinuierlich entwickelt werden muss.
Nur wenn bei Entlassungen anständig mit den Menschen umgegangen wird, ist ein Personalabbauprojekt zielführend und erfolgreich. Das zahlt sich nachweislich auch finanziell aus.

Und als anständig kann man den Umgang mit den Betroffenen bei Entlassungen bezeichnen, wenn Respekt, Achtung und Wertschätzung wesentliche Bestandteile des Prozesses sind. Diese Werte dürfen auch unter einem immensen Handlungs- und Zeitdruck nicht verloren gehen.

Wenn man bedenkt, wie viel Zeit bei der Auswahl eines Mitarbeiters investiert wird, wie viele Interviews oftmals geführt werden müssen, bis eine Stelle besetzt wird, muss man wohl kein Verständnis aufbringen, wenn vielfach argumentiert wird, man habe nicht die Zeit für ein anständiges und würdevolles Trennungsgespräch.

2. bei der Neuorientierung helfen ...

Oftmals verlieren die Betroffenen, wenn sie mit der Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses konfrontiert werden, den Boden unter den Füßen. In dieser Situation ist das Unternehmen daher in der sozialen, und nach unserer Auffassung auch nach wie vor in einer rechtlichen Verantwortung, denn die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers endet erst, wenn das Arbeitsverhältnis tatsächlich beendet ist und das ist zum Zeitpunkt der Kündigung regelmäßig noch nicht der Fall.
Es ist daher Ausdruck insbesondere der sozialen Verantwortung des Unternehmens, nicht nur eine Abfindung zu zahlen, sondern auch die Beratung zur beruflichen Neuorientierung und gezielte Qualifizierungen anzubieten.
An dieser Stelle kann man den Nutzen von Outplacement gar nicht genug herausstellen.

Outplacement
- hilft, den Arbeitsplatzverlust aufzuarbeiten
- hilft, das eigene Profil zu schärfen und sich seiner Stärken und seines
Marktwertes bewusst zu werden und diesen gezielt am Markt einzusetzen.
- verschafft Zugang zu freien (und wirklich guten) Stellen, die öffentlich nicht ausgeschrieben sind.

3. Verantwortung für die Verbleibenden ...

Bei einem professionellen Trennungsmanagement gilt es drei Ziele zu erreichen:

1) die Trennung zu vollziehen,

2) das Betriebsklima und damit die Motivation der verbleibenden Mitarbeiter zu erhalten,

3) die Verbundenheit der anderen Mitarbeiter an das Unternehmen erhalten.

Ob Bindung und Motivation gelingen, hängt maßgeblich davon ab, wie das Management mit denen umgegangen ist, die jetzt weg sind. Es ist aber auch wichtig, parallel zu den Trennungsgesprächen mit den verbleibenden Mitarbeitern über ihre Zukunft im Unternehmen zu sprechen. Die verbleibenden Mitarbeiter brauchen jetzt Sicherheit und eine Perspektive für die Zukunft. Schlimmstenfalls wissen die Führungskräfte selbst nicht, wie es weitergeht, und das ist ein Desaster. Es ist in diesem Veränderungsprozess wichtig, glaubwürdig über die Zukunft zu kommunizieren, offen für die Unsicherheiten und Ängste im Team zu sein und das persönliche Gespräch mit den Mitarbeitern zu suchen. All diese Aspekte sind notwendiger Bestandteil eines professionellen Trennungsmanagements.

Wir wünschen allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und viel Glück und Erfolg für das Jahr 2010.

Fokus Arbeitswelt
Petra Dalhoff
Rechtsanwältin
Düsseldorf

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