Die "Gelbe Halle" war urplötzlich viel zu klein, um all diejenigen zu fassen, die diese erste Aufführung von Donizettis Meisterwerk in Rumänien anschauen wollten. So mussten Zusatz- und Notplätze herbeigeschafft werden, um schließlich allen die Möglichkeit zugeben, die Oper in zwei Akten nach einem Libretto inspiriert von Alexandre Dumas d.Ä. und seiner Geschichte um "Charles VII chez ses grands vassaux" anzuschauen.
Gemma di Vergy enthält großartige Passagen und wird seltener geboten. Ein Grund mag in der enormen Virtuosität liegen, die Tenor und Sopran abverlangt wird, gleich wie in der Donizetti Oper "Parisina d'Este" die auch erst jüngst in Bukarest zum ersten Mal und sehr erfolgreich in nahezu gleicher Besetzung über die Bühne ging.
Sopranistin Aurelia Florian (Gemma) brillierte mit unglaublicher Fertigkeit mit allen stimmlichen Registern, höchste Töne, leiseste Passagen und mit ihrer Begabung, jeder musikalischen Phrase die zugehörige expressive Ausprägung zu vermitteln. Ihr ebenbürtig erwies sich der Tenor Bogdan Mihai (Tamas), ein "tenore di grazia" und damit unter den Weltbesten in diesem Fach, womit ihm auf internationalen Bühnen schon Erfolg bescheinigt wurde. Ihrer beider Sopran- und Tenorarien und vor allem das Duett, eine der schönsten Passagen der gesamten Oper, riss das Publikum zu stehenden Ovationen hin.
Die Auftritte der anderen Darsteller, Bariton Dorin Mara (Count), Bass Horia Sandu (Guido) oder Mezzosopran Sidonia Nica (Ida di Gréville) waren ebenfalls bemerkenswert, und ständig wurden sie durch den enthusiastischen Applaus der Zuschauer angespornt. Ioana Maxim erntete als Begleiterin am Ende der Vorstellung den gleichen begeisterten Zuspruch.
Lautstarken Beifall zollte das Publikum Mariana Nicolesco, der legendären Interpretin von Rossini, Bellini und Donizetti, von den internationalen Medien als "Regina del Belcanto - Königin des Belcanto" gefeiert , der dieses bedeutende Ereignis an der Bukarest Nationaloper zu verdanken war. Sie erklärte, dass die Aufführung von Donizettis Gemma di Vergy wohl ein sehr bedeutender Augenblick in der Geschichte des rumänischen Operntheaters sei. "Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es nur wenige Opernhäuser auf der Welt gibt, die die Kapazität zu solch einer hochkarätigen Interpretation dieses Belcanto-Meisterwerks, der allerhöchsten Vollkommenheit des Gesangs besitzen", so die Diva und zollte ihren jungen Schützlingen Tribut: "Ich bin sehr stolz auf meine jungen Freunde."
| Diesen Artikel weiterempfehlen: |
|