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Bildungswahn - Ritalin auch in Deutschland auf dem Vormarsch?


In den USA bereits etabliert, könnte Ritalin auch an deutschen Hochschulen Fuß fassen. Der Grund: Zunehmend höherer Druck durch eine angespannte Arbeitsmarktsituation.


NEWS-EINTRAG vom 15.01.10 - 20:30 Uhr: Koffeintabletten morgens, Baldriantee oder Wein abends. Immer mehr Studenten erliegen dem Druck sich mit auch zum Teil illegalen Mitteln weiterzuhelfen. Zu stark scheint der Wettbewerb, zu unsicher der Arbeitsmarkt. Wer sich bei der Jobsuche nicht auf sein Glück verlassen möchte, hat besser hervorragende Ergebnisse aufzuweisen. Doch die meisten Studenten fühlen sind unsicher ob ihr Können allein reicht – zu groß scheint die Konkurrenz.

 


Besonders in überlaufenen Fächern wie Jura oder BWL scheint der Druck besonders groß zu sein. Verschlimmert wird die Situation zusätzlich durch die Wirtschaftskrise, noch mehr Mitbewerber also für noch weniger Jobs.

Wie so oft ist sie Versuchung groß auf der Suche nach einer Lösung über den großen Teich in die USA zu schauen. Dort ist es längst keine Seltenheit mehr, dass Studenten „dopen“ um bessere Leistungen zu erzielen. Hierbei ist nicht von Kaffee, Energydrinks oder koffeinhaltigen Fruchtsäften die Rede: Viele greifen zu Ritalin. Ritalin wird eigentlich Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) verabreicht. Statistiken zufolge nimmt in den USA bereits jeder fünfte Student Ritalin. Es ist zwar schwer zu bekommen, doch zum Beispiel über Geschwister, die Ritalin verschrieben bekommen oder durch Ärzte in der Familie kommt Ritalin letztendlich doch in Studentenhände. In Deutschland unterliegt Ritalin dem Betäubungsmittelgesetz und ist ebenfalls verschreibungspflichtig. Statistiken über den Ritalinmissbrauch an deutschen Hochschulen sind bisher nicht bekannt. Da Ritalin jedoch immer öfter verschrieben wird, lässt sich vermuten, dass auch der Missbrauch zunimmt. Zwischen 1993 und 2003 zum Beispiel ist die Zahl der Verschreibungen von Ritalin weltweit um rund 270% gestiegen. In der Schweiz hat sich der Gebrauch in den letzten zehn Jahren gar verachtfacht.

Es gibt jedoch auch legale Wege die Konzentrationsfähigkeit zu unterstützen. Seit Anfang des Jahres bietet eine die junge Berliner Firma Whitewall über www.brain-effect.com eine weitere Alternative zu Kaffee oder Energydrinks. Zu den Inhaltsstoffen von BrainEffect zählen unter anderem ein Vitamin-B-Komplex, Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10, Guarana und Cordyceps Sinensis. Mit Alternativen wie dieser kann man seine Konzentrationsleistung unterstützen auch ohne die Nebenwirkungen von Ritalin – und das völlig legal.

Man darf gespannt sein auf zukünftige Schätzungen des Gebrauchs von konzentrationsfördernden Mitteln in Deutschland. Schaut und hört man sich in den Bibliotheken vor der Prüfungsphase genau um wird jedoch eines klar: Auf Kaffee, Obst und guten Schlaf möchten sich nur noch die wenigsten Studenten verlassen.
 

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