Was die Bürger mit dem gesunden Menschenverstand zu sehen meinen, deckt sich nicht immer mit der offiziellen Statistik. Beispiele sind Statistiken über das Wirtschaftswachstum, die Preisentwicklung, die realen Einkommen, die realen Renten, die Wirtschaftsprognosen, die Gesundheit.
Nun werden die Ursachen dieser Divergenz durch einige charakteristische Beispielen verständlicher gemacht. Hierdurch kann der Bürger mehr allgemeines Fingerspitzengefühl bezüglich des Statistik-Problems entwickeln. Er kann sodann zukünftig die Aussagekraft und den Wahrheitsgehalt auch anderer offizieller Statistiken klarer beurteilen.
Auf der Startseite aha7.com / Untertitel AHA7 STAT CONTROL sind zunächst einige typische Beispiele, bei denen das Streben nach politischer Macht zu Statistiken von nur noch eingeschränktem Wahrheitsgehalt führen kann:
» Statistiken über Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum, staatliches Defizit und ähnliches: Wenn der nächste Wahltermin naht, mehrt sich in den meisten demokratischen Ländern der Erde die innovative Ideenkraft der jeweils regierenden Politiker. In Hochsteuerländern hat der Staat genügend Finanzmacht, das Geschehen real, aber eben nur temporär zu beeinflussen. Kleine Änderungen am jeweiligen Statistikgesetz können ebenfalls die publizierten Ergebnisse wesentlich beeinflussen.
» Ein anderer Einwand lautet, die offziellen Wirtschaftsprognosen seien zwangsläufig falsch, weil basierend auf der bereits problembehafteten offiziellen Wirtschaftsstatistik. Oder auch, die Prognose der Wissenschaftler nennt Rahmenbedingungen des Rechenmodells, die in ihrer Komplexheit in der Öffentlichkeitsarbeit einfach untergehen.
» Daraus resultiert ein anderer Einwand: Prognosen über ein Minimalwachstum oder eine Schrumpfung von plus/minus 2 % seien allein deshalb wenig aussagekräftig, weil die ausgeklammerten Fehlergrößen oft oberhalb dieser Grenzen lägen.
» Eine interessante Argumentation lautet: Für die Finanzkrise 2007...2011 seien Statistikfehler erheblich mit ursächlich: Übersetztes Vertrauen in Zahlenwerte, Bilanzen, Ratings, Statistiken habe dazu geführt, dass die Finanz-, Wirtschafts- und Politik-Eliten kollektiv versagt hätten.
» Ein anderer Einwand lautet: Wirtschaftsstatistik sei grundsätzlich stark fehlerhaft, weil erhebliche produktive Größen unberücksichtigt blieben - alle diejenigen, die nicht zu statistisch erfassten Geldbewegungen führen. - Beispiele: Eltern-Arbeit für Kinder? Schwarzarbeit? Eigenarbeit: ...Haushalt? ...Renovierung? Wahrer realer Wert von unterbezahlter Arbeit (Pflege, 1-Euro-Jobs usw.)? - Hinzu kommen unzureichend korrigierbare Indexfehler bei längeren Zeitspannen (fundamental, logik-bedingt).
» Inwieweit stimmt die Arbeitslosenstatistik? Ist die Kritik berechtigt, es seien die Statistiken der Arbeitslosigkeit in den letzten Jahrzehnten immer weiter von der Realität abgekoppelt worden?
Auf der Startseite aha7.com / Untertitel AHA7 STAT CONTROL sind des weiteren einige typische Beispiele, bei denen das Streben nach Geld zu Statistiken von nur noch eingeschränktem Wahrheitsgehalt führen kann:
» Wie zuverlässig sind Armutsstatistiken? - Hierzu haben die verschiedenen Lobbies und Parteien recht konträre Interessen. So schwanken denn auch die Armutsberichte für Deutschland zwischen vielleicht 5 % und 40 % Anteil der Armen im Land. Kann alles gleichzeitig wahr sein? Ja - denn die Definition, was Armut ist, entscheidet über die Ziffer.
» Besonders komplex wird es bei der Gesundheitskosten-Statistik. Hier sind derart gewaltige Finanzinteressen im Spiel, dass der Entscheid schwer fällt, wo und wie die klärende Analyse anzusetzen hat. Das Preisbildungssystem ist durch externe Eingriffe extrem verzerrt. Damit sind nicht einmal die Faktenzahlen analysefrei verwertbar.
» Schon bei den anerkannten Selbstverständlichkeiten der Behandlung muss das Infragestellen beginnen. Bei überwiegend verhaltensbedingten Eingriffskosten wie bezüglich Körpergewicht und Bluthochdruck - sind das Kosten des Gesundheitssystems? Oder ist es verdeckte Haftpflichtversicherung oder kulante Erstattung von Konsum-Folgekosten?
Interessant wäre schließlich oft eine sektorenübergreifende Statistik. Das ist keine Kernaufgabe der amtlichen Statistik. Letztere liefert gern die mittleren Herstellkosten für 1 Stück Wohnung, aber nicht die mittleren Herstellkosten für 1 Stück Demokratie... Wäre viel interessanter?... An angegebener Fundstelle wird auch ein Schätzversuch zugänglich gemacht, die Summe der Kosten für 1 Stück bundesdeutsche Demokratie zu ermitteln: Die Kostensumme für Parlamente, Parteien, Bürgerdiskussionen ("Arbeitszeit" am Stammtisch und im Internet...), Politik-Redaktionen der Medien einschließlich Druckpresse.
Eine weitere interessante Frage ist: Wenn manche Statistiken wirklich falsch wären oder zumindestens wirklich nicht ausreichend richtig, müsste der Bürger sich damit abfinden? - Erörtert wird ein wenig bekannter Denkansatz hierzu: Kann Jeder Bürger einzeln den Staat zur Fehlerbehebung abmahnen?
Kurze Übersicht der behandelten Themenkreise auf aha7.com:
(auf der Startseite zum Untertitel AHA7 STAT CONTROL)
Statistik, Statistikfehler, Methoden, Methodenfehler, Interpretation, Irrtum, Fehler, Manipulation, Wirtschaft, Wirtschaftsprognose, Wachstum, Wachstumsprognose, Haushaltsdefizit, Parteien, Arbeitslosigkeit, Armut, Armutsstatistik, Finanzkrise, Rating, Gesundheitswesen, Gesundheitssystem, Gesundheitskosten, Übermedikamentierung, Politikkosten, Parteien, Demokratie, Abmahnung, Klimakatastrophe, Finanzinteressen
Kontakt: ok @ mam7.com
Foto: Sein oder nicht sein? Das ist hier die Frage - bei AHA7 STAT CONTROL: Eine Sammlung kleiner Denkanstöße für Bürger zum Sein oder Nichtsein der Wahrheit von amtlicher Statistik.
(Foto: Von Toni_(w) Frissell (1907-1988): Mode-Model unter Wasser, Unterwasser-Modenschau, Florida,1947; Libr.of Congr.)
| Diesen Artikel weiterempfehlen: |
|