Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Möglichkeit, von ihren Versicherten Zusatzbeiträge einzuziehen, wenn der gesetzliche festgelegte Beitragssatz von 14,9 Prozent des Einkommens nicht dazu ausreicht, die Ausgaben der Versicherungen zu decken. Da ein Finanzloch von mehreren Milliarden Euro zu stopfen ist, kündigen die ersten gesetzlichen Krankenkassen jetzt an, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Zusatzbeiträge werden in Zukunft keine Ausnahmefälle sein. Früher oder später wird der Großteil der über 160 gesetzlichen Versicherungen und damit bis zu 51 Millionen zahlender Versicherungsmitglieder betroffen sein, so lauten Prognosen von Fachleuten. Das gilt in der Branche als wahrscheinlich, kann aber nicht als definitiv sicher gewertet werden.
Die ersten gesetzlichen Krankenkassen haben Zusatzbeiträge beim Bundesversicherungsamt bereits beantragt. Weitere Anträge werden noch erwartet. Das Amt überprüft, ob die Zusatzbeiträge gerechtfertigt sind und ob die beantragte Höhe des Beitrags stimmig ist. Die Versicherungen müssen dem Bundesversicherungsamt bis Ende Januar ihre Haushaltspläne zur Überprüfung vorlegen. Dabei könnte sich sowohl ergeben, dass eine Kasse den beantragten Zusatzbeitrag zu niedrig angesetzt hat. Aber auch ein zu hoch errechneter Beitrag könnte festgestellt werden. Im Durchschnitt fehlten in den gesamten gesetzlichen Krankenversicherungen monatlich pro Mietglied 6,50 Euro. Im Allgemeinen dürften die Zusatzzahlungen bis 8 Euro im Monat betragen. Ein Maximalbetrag von 37,50 Euro ist gesetzlich festgeschrieben. Eine Schuldzuweisung auf einzelne Versicherungen sei nicht gerechtfertigt, denn die Beiträge seien eine Folge des Gesundheitsfonds und keineswegs ein Zeichen für Misswirtschaft.
Erste Proteste gegen die drohenden Zusatzbeiträge werden laut, da diese nur die Arbeitnehmer – nicht aber die Arbeitgeberseite – treffen. Jetzt ist die Regierung gefragt, damit Zusatzzahlungen für Millionen von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherungen nicht zur Regel werden.
Wer sich näher über die Möglichkeiten der unterschiedlichen Absicherung durch Versicherungen – gesetzliche oder Privatversicherungen – informieren möchte, findet unter http://www.krankenversicherungen-vergleich-kostenlos.de die Gelegenheit dazu.