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Wirtschaft / Gewerbe
Wie werde ich für zwei Euro zum Kunstwerk? ...oder wie kam die Kunst zur Flaschen
Junges Unternehmen sammelt Kapital zur Gründung einer Stiftung für Künstler und Künstlerinnen im Alter: Projekt Mond gestartet
NEWS-EINTRAG
vom 14.08.07 - 19:46 Uhr:
„Fly me to the moon“ ist ein modernes Märchen. Ein Märchen für Große und gleichzeitig Realität. Den Ausgangspunkt der Geschichte bildete der Strand von Zingst. Eine kleine Gruppe von Künstlern strandete an der Ostsee, arbeitete über mehrere Tage an einem Riesenprojekt, baute nach 5 Tagen wieder ab – und hinterließ 100.000 staunende Zuschauer sowie eine Flasche: die bodden bowle!
Ihr Inhalt steht für das Erlebte: 5 Tage Spaß, 5 Tage Austausch und Staunen am Strand.Und für eine Form von Kunst in Flaschen!
Unbemerkt von den Akteuren verbreitete sich dieses Erlebnis (und damit die Bowle) danach zunächst lokal, dann regional und schließlich über die gesamte Republik. Irgendwann klingelte in Schermbeck/NRW täglich das Telefon und wildfremde Menschen aus ganz Deutschland erzählten Geschichten über ihre Wochenendeerlebnisse, wo und zu welcher Gelegenheit sie mit der alkoholhaltigen „Kunst“ in Berührung kamen. Daraufhin gründete die Kulturwissenschaftlerin Hella Sinnhuber am Nikolaustag 2005 das Unternehmen Teuflisch Lecker, um dem vom Künstler und Initiator der „Gestrandet“- Aktion Bernd D. Heßbrügge aus Jux erdachten Getränk-Kunstwerk ein Fundament zu bauen. „Skulpturen brauchen Fundamente!“, erklärt die 43-jährige Gründerin. „Billige Werbung!“ Sagen die Kunstexperten, „Migration der Form?“, fragt die Getränkeindustrie. „Nein, es ist die Dramaturgie des Zwischenraums!“, skandieren die Designer. Denn auf der Teuflisch-Lecker Webseite muss man mehrmals ins Leere klicken, um auf den Geschmack zu kommen.
Am 21. 6.2007 starteten die Akteure das Projekt Mond „Fly me to the moon!“ und versteigern nun die Vertriebsrechte der flüssigen Skulptur auf dem Erdtrabanten. Bereits über 50.000 Mal wurde auf die Seite www.teuflisch-lecker.de/mond/ geklickt. Für jeweils zwei Euro kann ein Bieterkärtchen erworben und ein Gebot abgegeben werden. Erst am 21.12.2007, um 12 Uhr, wird das höchste Gebot veröffentlicht. Gleichzeitig wurde von der Crew der erste Moon Cocktail Award für den besten Mond-Mix ausgeschrieben. Cocktailschulen und Barmixer sind eingeladen, ihre Kreationen einzureichen. Näheres zu den Einzelheiten auf der Webseite.
Die Überschüsse des Gesamtprojektes dienen nicht dazu, den Initiatoren einen Mercedes oder Porsche zu finanzieren, sondern werden zur Gründung einer Stiftung mit dem Namen arTche verwendet. Diese Stiftung soll Künstlerinnen und Künstlern, die es am großen Markt nicht geschafft haben, ermöglichen ihre Arbeit auch im Alter fortzusetzen.
Und wie wird man nun Teil des Kunstwerkes?
Durch Berührung mit der Flüssigkeit!
Weitere Informationen unter www.teuflisch-lecker.de oder www.teuflisch-lecker.de/mond/ 14.8.2007