Die knapp 500 befragten hochrangigen Entscheider aus dem gesamten Gesundheitssystem sehen den Einfluss der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung an zweiter Stelle (39 Prozent). Die Zusammenarbeit mit Kostenträgern (GKV, PKV, Berufsgenossenschaften, Rentenversicherern usw.), die Professionalisierung bestehender Wettbewerber, das Qualitätsbewusstsein der Verbraucher und deren Kostenbewusstsein folgen für das gesamte Gesundheitssystemmit ähnlichen Prozentwerten (26 Prozent bis 23 Prozent). Neue Wettbewerber werden immerhin von knapp jedem neunten der Befragten durchaus als nennenswerter Einflussfaktor gesehen. IT- und technische Innovationen werden demgegenüber als Einflussfaktoren erstaunlich selten genannt (7 Prozent und 13 Prozent).
Lässt man die beiden wichtigsten Einflussfaktoren „Gesundheitspolitik“ und „allgemeine Wirtschafsentwicklung“ außer Acht, differenzieren sich diese in den wichtigsten Gesundheitsmärkten die direkt mit dem Verbraucher bzw. (potentiellen) Patienten in Berührung kommen (sogn. B2C-Märkte). Die vier wichtigsten Einflussfaktoren für den B2C-Bereich sind hier die „Professionalisierung bestehender Wettbewerber“, die „Zusammenarbeit mit Kostenträgern“, das „Qualitätsbewusstsein der Verbraucher“ und das „Aufbrechen der sektoralen Grenzen“. Andere Faktoren wie z.B. Neue Wettbewerber, IT-Innovationen und Technische Innovationen spielen auch in den betrachteten B2C-Sektoren eine eher nachrangige Rolle.
Im Rennen um die wichtigsten drei Einflussfaktoren (TOP 3) befinden sich jeweils in sieben von zehn untersuchten Gesundheitsmärkten das „Qualitätsbewusstsein der Verbraucher“, die (zunehmende) „Professionalisierung bestehender Wettbewerber“ und die Zusammenarbeit der Leistungserbringer mit den Kostenträgern. Unter der Rubrik „Sonstige B2C-Gesundheitsmärkte“ sind dabei folgende Gesundheitsmärkte zusammengefasst: Heilmittelanbieter, Naturheilkunde / Homöopathie, Sanitätshandel und Orthopädiehandwerk, Akustik- und Optikhandel, Drogerien und branchennaher Handel, Homecare / Hol- und Bringdienste sowie Ernährung / Functional Food.
Neue Wettbewerber spielen nur in den deutlich dynamischeren Gesundheitsmärkten (Medical) Wellness, Lifestyle, Gesundheitsreisen sowie Sport / Fitness eine Rolle. Gering ist ebenfalls der generelle Einfluss der ICT-, Hard- und Softwareunternehmen in allen B2C-Gesundheitsmärkten. Dies erklärt zum Teil die (noch) nur relative Bedeutung des Aufbrechens Aufbrechen der sektoralen Grenzen. Berücksichtigt man z.B. dass im Ärztebereich noch etwa 170 IT-Anbieter mit rund 210 unterschiedlichen Praxisverwaltungssystemen unterwegs sind, so hängt hier manches von einer künftigen Konsolidierung in der gesamten IT-Landschaft mit vermutlich derzeit etwa 1.500 Anbietern ab.
Die kompletten Ergebnisse zu allen untersuchten Gesundheitsmärkten in Deutschland können in der 120-seitigen Studie “Entwicklungen und Chancen durch das Zusammenwachsen des 1. und 2. Gesundheitsmarktes in Deutschland” nachgelesen werden.