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Fitch: Deutsche Lebensversicherer mit negativem Ausblick


Strukturelle und kapitalmarktbedingte Veränderungen stellen Versicherer vor neue Herausforderungen im Jahr 2008


NEWS-EINTRAG aus der Kategorie Banken / Finanzen vom 12.03.08 - 18:29 Uhr:

 

 

Fitch Ratings weist in ihrer neuen Studie darauf hin, dass der Ausblick für die deutschen Lebensversicherer negativ bleibt. Die Einstufung reflektiert die Erwartung der Agentur, dass es in den nächsten 12 - 18 Monaten mehr Herabstufungen als Heraufstufungen geben wird.


In der Studie analysiert Fitch die Herausforderungen in der deutschen Lebensversicherungsbranche aufgrund erhöhter Volatilität und Unsicherheit an den Kapitalmärkten, sowie struktureller und umfeldbedingte Änderungen.

2007 konnten starke Börsen den Rückgang in den Bewertungsreserven von festverzinslichen Wertpapieren als Folge der gestiegenen langfristigen Zinsen nur teilweise ausgleichen. „Fitch geht davon aus, dass die gesamten Bewertungsreserven der deutschen Lebensversicherer zum Jahresende 2007 um ca. 40% auf 20 Mrd. Euro gesunken sind“, sagt Tim Ockenga, Director im Europäischen Versicherungsteam. „Die Kapitalausstattung der Assekuranz wird von Fitch aber weiterhin als gut eingeschätzt.“ Aufgrund der gesunkenen Bewertungsreserven erwartet Fitch, dass die Versicherer ihre Aktienquoten von derzeit ca. 11% im Laufe des Jahres 2008 eher stabil halten oder sogar leicht reduzieren werden. Demgegenüber sieht die Agentur derzeit keine wesentlichen Risiken aus der direkten oder indirekten Exposition gegenüber Subprime oder Anleihenversicherern. Die Agentur ist der Ansicht, dass mögliche indirekte Folgen aufgrund einer erhöhten Marktvolatilität eine potenziell größere Bedrohung für die Versicherer darstellen. Fitch ist weiterhin der Ansicht, dass die gegenwärtige Volatilität die Risikomanagementsysteme der Versicherer einem Praxistest unterzieht.

Das Geschäft der Lebensversicherer war 2007 mit lediglich stabilen gebuchten Bruttobeiträgen in Höhe von ca. 74,3 Mrd. Euro, wie von Fitch erwartet, relativ schwach. Die Beitragssumme des Neugeschäfts ging nach vorläufigen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um voraussichtlich etwa 7,1% auf 146,1 Mrd. Euro zurück. „Fitch erwartet, dass die Anfang 2008 in Kraft getretene letzte Riester-Stufe von 4% das Neugeschäft 2008 deutlich positiv beeinflussen wird, dass aber das Neugeschäft von 2009 an erheblich unter Druck geraten kann“, sagt Dr. Christoph Schmitt, Associate Director im Europäischen Versicherungsteam. Damit stehen die Lebensversicherer auch drei Jahre nach dem teilweisen Wegfall der Steuerbegünstigungen für kapitalbildende Lebensversicherungen weiterhin strukturellen Problemen im Neugeschäft gegenüber. Das dürfte sich in den folgenden Jahren durch hohe Abläufe älterer Bestände noch verschärfen.

Die deutschen Lebensversicherer sehen sich zunehmend Herausforderungen durch geänderte regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen gegenüber; diese beeinflussen ihr Geschäftsmodell fundamental. Die Einführung des neuen Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) Anfang 2008 berührt fast sämtliche Kernprozesse eines Lebensversicherers. Fitch erwartet zwar derzeit nicht, dass beispielsweise die neu geregelte hälftige Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven die Finanzstärke der Lebensversicherer wesentlich beeinträchtigen wird, da bereits heute die Versicherungsnehmer mit 93% an den Gewinnen der Unternehmen beteiligt werden. Jedoch geht die Agentur davon aus, dass einige Versicherer aus Wettbewerbsgründen ihre Kapitalanlage teilweise umstellen werden, um zukünftig höhere laufende Cash Flows zu generieren. Auf Ebene der Vertriebe wird die EU-Vermittlerrichtlinie nach Ansicht der Agentur zumindest kurzfristig die Geschäftsaussichten von Maklern und Mehrfachagenten beeinträchtigen. Insgesamt steht die Vertriebslandschaft der Lebensversicherer nach Ansicht von Fitch vor tiefgreifenden Veränderungen, weshalb nach Meinung der Agentur auch M&A-Aktivitäten innerhalb der Branche derzeit hauptsächlich auf Vertriebskapazitäten ausgerichtet sein dürften und nicht so sehr auf bestehende Geschäftsbestände.

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