„Herr H., Sie sind für unser Unternehmen ein geschätzter Mitarbeiter. Es fällt uns nicht leicht, diese Nachricht zu überbringen, aber wir müssen uns von Ihnen leider trennen. Sie wissen ja, Umstrukturierungen... „ so oder ähnlich ging das Gespräch dann noch weiter. Tief getroffen und in seiner Persönlichkeit angegriffen verlässt er das Unternehmen.
Herr H. hat einen überzeugenden Lebenslauf und findet eine ähnlich adäkuate Position. Nach circa 1,5 Jahren sitzt er mit einem Aufhebungsvertrag in der Tasche in der Beratung.
Was ist geschehen?
Herr H. wirkt bei der ersten Beratung angeschlagen, hektisch und unsicher. Sein vorrangiges Ziel ist, möglichst schnell einen neuen Job zu finden. Dementsprechend formuliert er seine ersten Wünsche:
„Sie als Headhunterin haben ja Verbindungen in den Markt“
„... und es soll schon eine Position in ähnlicher Hierarchie und Gehaltsniveau sein...Sie wissen schon....“ „... die Leute die reden gerne, Sie wissen was ich meine....“
Fast wie in Panik drückt Herr H. sein vorrangiges Ziel aus: Möglichst schnell in eine vergleichbare Position mit entsprechendem Gehaltspaket, natürlich in einem renommierten Unternehmen.
Überstürztes Handeln und voreilige Entscheidungen sind weder zielführend noch sinnvoll. In der Beratung wird daher im ersten Schritt die Priorität auf Reflektion und das Bewusstwerden der eigenen Kompetenzen und Vorstellungen gelegt.
Herr H. wird sich daher erst einmal mit folgenden Fragen auseinandersetzen:
Was bedeutet für mich Karriere?
Was ist mir in meinem Leben wichtig – Welche Werte wollen gelebt werden?
Welche Erfahrungen bringe ich mit und welche Tätigkeiten fallen wir besonders leicht?
Wo liegen meine Interessensgebiete?
In Zusammenarbeit mit der Karriereberaterin, Ulrike Pape, von der Pape Consulting Group AG in München, wurden Herrn H. seine Potenziale, Erfahrungen und vor allem der Nutzen, den er einem Unternehmen bietet, bewusst.
Durch diese intensive Auseinandersetzung konnte er seine Kernkompetenzen erkennen, seinen USP authentisch darstellen und somit sein Selbstvertrauen zurück gewinnen.
In der Beratung zeigt es sich, dass es für immer mehr Menschen erstrebenswert ist, sich ihr eigenes Lebenskonzept zu erarbeiten und hierfür die Verantwortung zu übernehmen. Dazu bedarf es allerdings neben Mut und Durchhaltevermögen vor allem die Bereitschaft eigenverantwortlich zu handeln.
So individuell die Antwort auf die Frage „Was bedeutet Karriere für mich?“ ausfällt, so individuell sind dann die Entscheidungen für den zukünftigen Schritt. Wer seine Karriere dem Zufall überlässt oder sich an ein rigides Entwicklungsprogramm hält, braucht sich nicht wundern, wenn Unzufriedenheit und vielleicht sogar gesundheitliche Auswirkungen sich bemerkbar machen.
Je mehr wir unsere Karriere aktiv gestalten wollen, desto mehr benötigen wir eine besondere Fähigkeit: Loslassen können.
Im Laufe unseres Lebens werden wir ständig mit dem Thema Loslassen konfrontiert wie zum Beispiel: die Kinder werden erwachsen, Ortswechsel, Trennungen oder Kündigungen.
Mit Hilfe von neuesten Techniken aus der modernen Gehirnforschung sowie alt bewährte Methoden aus dem Coaching werden Ängste abgebaut, Überzeugungen verändert und individuelle Lösungen für den Karriereweg erarbeitet.
Um das Neue aber ergreifen zu können, muss das Alte erst losgelassen werden. Alte Überzeugungen hinter sich lassen, um neue Ideen zu kreieren. Dieser grundsätzliche Prozess durchzieht all unsere privaten und beruflichen Lebensphasen.
Für die aktive Gestaltung seiner Karriere bedeutet dies:
Sich lösen von festgefahrenen Meinungen, Gedankenmustern oder Standardaussagen, was Karriere bedeutet und mit Offenheit seine Spur entdecken.
Als Beobachter auf Abstand gehen und wie ein Regisseur kreativ das Eigene entstehen lassen.
Der Regisseur, der die Stärken seiner Schauspieler erkennt, motiviert, fördert und steuert.
Welche Requisiten bzw. Erfahrungen stehen mir zu Verfügung und welche möchte ich einsetzen?
Welche besonderen Eigenschaften kann ich vorweisen?
Gibt es etwas zu korrigieren oder neu zu lernen?
Der Regisseur hat ein genaues Bild von seinem Stück. Die Bühne ist anfangs leer und
seine Vorstellungskraft ermöglicht es ihm den gezielten Einsatz von Technik, Darstellern und Umfeld.
„Eine Vorstellung von meinem Leben und wie sehe ich mich darin“, ein wirkungsvolles Tool aus dem Mentaltraining laut Ulrike Pape.
Fazit:
Vom vorgefertigten Karrierebild lösen und das eigene Lebensskript kreieren
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