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10 Milliarden Euro wurden den Ländern und Kommunen zugestanden: In dem Paket liegt noch viel Geld


Handlungsbedarf: Die Antragsfrist für einen Zuschuss aus dem vom Bund 2009 beschlossenen Konjunkturpaket II läuft bald aus


NEWS-EINTRAG aus der Kategorie Beruf / Bildung vom 13.09.10 - 13:36 Uhr:

 

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Vor mehr als einem Jahr hat die Bundesregierung das Konjunkturpaket II beschlossen. Insgesamt stehen den Ländern und Kommunen zehn Milliarden Euro für Sanierungen von Bildungseinrichtungen und zur Optimierung ihrer Infrastruktur zur Verfügung. Damit wurde der öffentlichen Hand ein großer Handlungsspielraum eingeräumt: Sie dürfen über Verteilung und Verwendung der Fördermittel frei bestimmen.


Alle Bauvorhaben, die bis Ende 2010 beginnen, profitieren von der finanziellen Unterstützung des Bundes, und noch wurden nicht alle Gelder abgerufen. Zwei Schulen in Unterfranken zeigen, wie man die Mittel optimal einsetzen kann.

In Bad Königshofen wird bereits seit 2009 die Dr.- Karl- Grünewald Realschule vollständig saniert. „Wir haben insgesamt 1,8 Millionen Euro in die Sanierung gesteckt. Das hätten wir ohne Konjunkturpaket II niemals stemmen können“, so Winfried Götz vom Landratsamt Rhön-Grabfeld.
Ein Problem der Realschule war das veraltete, insgesamt 1300 Quadratmeter große Dach. „Das Dach der Schule war zwar noch dicht, aber in einem erbärmlichen Zustand“, so Norbert Weber, Systemberater bei der Vedag GmbH. „Außerdem entsprach die zu dünne Dämmung nicht mehr der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV).“ Diese erfordern bei Altbausanierungen eine um 30 Prozent verbesserte Wärmedämmung und damit einen optimierten Dämmstoff.

„Wir haben schon öfter mit der Firma Vedag zusammengearbeitet und waren immer sehr zufrieden“, so Winfried Götz. „Der für uns zuständige Außendienstmitarbeiter war uns bei der Planung und bei der Bauausschreibung behilflich. Außerdem konnten wir aufgrund der kostenfreien Dachanalyse 2000 Euro sparen – Geld, das wir wiederum für andere Projekte verwenden können.“

Das Flachdach der Schule wurde zuerst geöffnet und mit Hilfe von Wärmedämm-berechnungen und der Erstellung eines Gefälleplans gründlich analysiert. Erst daraufhin wurde mit der eigentlichen Arbeit begonnen. Die Kiesauflast wurde entfernt, das Dach gereinigt und auf der alten Abdichtung wurde ein sogenanntes EPS-Gefälledach verlegt. „Bei der Wärmedämmberechnung bezogen wir die bauseits vorhandene Wärmedämmung mit ein. Somit konnte beim Dämmstoff die Stärke reduziert werden“, berichtet Weber. Anschließend wurde eine hochwertige zweilagige Systemabdichtung, bestehend aus einer kaltselbstklebenden Elastomerbitumen-Unterlagsbahn und einer Polymerbitumen-Schweißbahn verlegt und der Kies wieder aufgebracht. In Verbindung mit dieser Zusatzdämmung entsprach die Sanierung den erhöhten Anforderungen der neuen EnEV. Gleichzeitig wurden damit die Kosten für den Abriss und die Entsorgung des alten Daches eingespart.

Schulen profitieren

Die Schüler der Hauptschule in Mellrichstadt profitieren mittlerweile ebenfalls von den staatlichen Geldern. Träger dort ist der Schulverband, in dem sich in den letzten Jahren Mellrichstadt sowie drei weitere Gemeinden organisiert haben. „Das Projekt wurde zu fast neunzig Prozent über das Konjunkturpaket II finanziert“, so Peter Hehn, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt. Auch hier wurde das Dach erneuert. „Unsere kostenfreie Dachanalyse hat ergeben, dass das Dach noch in einem relativ guten Zustand ist“, so Vedag Systemberater Weber, der auch dieses Projekt betreute. „Also haben wir lediglich die Dämmung den verschärften Standards der EnEV 2009 angepasst und zwei neue Abdichtungslagen aufbringen lassen.“ Der Schulbetrieb lief währenddessen ganz normal weiter.

Bayerns Innenminister zeigt sich zufrieden

Die Schüler beider Schulen lernen die nächsten Jahrzehnte unter sanierten und energiesparenden Dächern. Ohne Konjunkturpaket II wäre das in dieser Form nie möglich gewesen – und noch ist der Topf nicht leer. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zog im April dieses Jahres bei einem Pressegespräch das vorläufige Fazit, dass der Freistaat bei der Umsetzung des Konjunkturpakets II gut im Zeitplan liege. „Für kommunalbezogene Investitionen sind Förderbescheide mit einem Fördervolumen (...) von mehr als einer Milliarde bereits bewilligt“, so Herrmann. Mehr als 2000 Bewilligungsbescheide seien bereits erlassen worden, den Löwenanteil daran mache die energetische Gebäudesanierung von Bildungseinrichtungen aus. Herrmann weiter: „Die Förderverfahren der kommunalbezogenen Projekte sind weit fortgeschritten. Regierungen und auch die anderen Förderbehörden haben durch effektives Projektmanagement eine Vielzahl von Förderverfahren erfolgreich bewältigt.“ Damit ist gewährleistet, dass die Gelder auch zeitgerecht bei der heimischen Wirtschaft ankommen und, was noch entscheidender ist, die beauftragten Unternehmen Planungssicherheit haben.

Ende dieses Jahres laufen die Fristen für die Beantragung der Mittel aus dem Konjunkturpaket II allerdings aus. Jedoch können 2011 noch Fördermittel für Investitionsvorhaben eingesetzt werden, wenn diese vor dem 31.12.2010 beginnen und im Jahr 2011 ein selbständiger Bauabschnitt abgeschlossen wird. Kommunen müssen also schnell handeln, wenn sie und damit ihre Bürger noch von den bereitgestellten Geldern profitieren möchten.

Autor: Ragna Schwarz


HINTERGRUND
Das Konjunkturprogramm „Entschlossen in der Krise, stark für den nächsten Aufschwung – Pakt für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland zur Sicherung der Arbeitsplätze, Stärkung der Wachstumskräfte und Modernisierung des Landes“, kürzer auch Konjunkturpaket II, schließt sich an das frühere Konjunkturpaket vom November 2008 an. Es sieht verschiedene konjunkturpolitische Maßnahmen vor, um die unter anderem durch die internationale Finanzkrise ausgelöste Rezession im Jahre 2009 abzumildern. Eine herausragende Rolle in diesem Paket spielt das Gesetz zur Umsetzung von Zukunftsinvestitionen der Kommunen und Länder (Zukunftsinvestitionsgesetz– ZuInvG), das Bestimmungen über die Finanzhilfen des Bundes nach Artikel 104b des Grundgesetzes für zusätzliche Investionen der Kommunen und Länder in Höhe von insgesamt 10 Milliarden Euro enthält.

Info Vedag:
Die heutige Vedag GmbH ging 1846 aus der in der Leipziger Nonnenmühle gegründeten Buchimprägnierung der Familie C.F Weber hervor. Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Abdichtungsprodukten im Hoch- und Tiefbau sind die Kernkompetenzen des Unternehmens, welches heute rund 240 Mitarbeiter an zwei Standorten in Deutschland beschäftigt. Die Vedag GmbH bietet ein breites Produktsortiment von Polymerbitumen- und Bitumenabdichtungsbahnen, Kunststoffdachbahnen, Dachschindeln, Bautenschutzprodukten und Spezialbitumina.
vedag.de

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