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Rote Karte für die Depression: „Erst durch Robert Enkes Tod habe ich erfahren, woran ich seit Jahren leide."


Fußballer Andreas Biermann im Interview über Depressionen und die Konsequenzen im Profisport. Biermanns Buch „Rote Karte Depression“ soll wachrütteln und aufklären.


NEWS-EINTRAG aus der Kategorie Sport / Wettkampf vom 24.03.11 - 10:29 Uhr:

 

Mittlerweile lerne er wieder, „die schönen Seiten des Lebens wahrzunehmen,“ erzählt Andreas Biermann, Ex-Profispieler beim FC St. Pauli, im Interview für „Freunde fürs Leben TV“. Jahrelang litt er an Depressionen, ohne die Symptome einordnen zu können. Heute engagiert sich Biermann für die Aufklärungsarbeit rund um die Themen Depression und Suizid; mit seinem Buch „Rote Karte Depression“ und der Zusammenarbeit mit „Freunde fürs Leben“ möchte er anderen Betroffenen die Angst davor nehmen, sich helfen zu lassen.


2004 versuchte der damals 23-Jährige nach einer schweren Verletzung das erste Mal, sich das Leben zu nehmen. Die Ärzte diagnostizieren eine „Kurzschlussreaktion“ aufgrund der drohenden Sportinvalidität und entlassen Biermann als nicht gefährdet. Andreas Biermann erzählt auf frnd.tv von „Schlaflosigkeit, Grübelschleifen und auch Suizidgedanken“, die ihn seitdem plagen. Vor Freunden und der Familie lernt er, diese zu verbergen. Umso größer ist der Schock, als er im Oktober 2009 erneut beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen - und wieder überlebt. Immer noch weiß er nicht, was mit ihm los ist. Erst der Tod von Robert Enke und die Pressekonferenz seiner Frau Theresa haben ihm die Augen geöffnet. Er erkennt die Symptome wieder und begibt sich in Behandlung: „Da habe ich mich 100 Prozent drin wiedergesehen.“

Seine Therapie und den Schritt in die Klinik wollte der Ex-Fußballprofi von Anfang an öffentlich machen. „Die Vergangenheit hat einfach gezeigt, dass Schweigen nicht hilft.“ Privat würde Andreas Biermann jederzeit wieder mit dem Thema an die Öffentlichkeit gehen, denn aus menschlicher Sicht gibt es für ihn keine Alternative. Aus beruflicher Sicht war die Offenheit und Ehrlichkeit allerdings ein Desaster: Andreas Biermann ist seitdem vereinslos und ohne Arbeit. Für Biermann unverständlich: „Ich bin der Meinung, dass ich trotz der Depression wieder Spitzenleistungen bringen kann. Das bestätigen auch Ärzte und Therapeuten.“

Zusammen mit dem Journalisten Rainer Schäfer hat er nun ein Buch über genau diese Erfahrungen herausgebracht. Das Buch ist ein Appell für mehr Verständnis und Sensibilität. Andreas Biermann will nicht nur Funktionäre und Vereine aufrütteln, er möchte auch Aufklärungsarbeit leisten, anderen Betroffenen Mut machen: „Ich möchte jedem empfehlen, der Hilfe braucht oder merkt, dass es ihm schlecht geht, dass er sich Hilfe holt in seiner Nähe. Es gibt ja genug Informationsmaterial, zum Beispiel bei Freunde fürs Leben.“ Es ist ihm auch wichtig, dass andere Betroffene zu ihrer Krankheit stehen, denn nur wenn man offen darüber spricht, kann das etwas an der Stigmatisierung der Betroffenen in der Gesellschaft ändern.

Andreas Biermann:
Der 1980 in Berlin geborene Abwehrspieler Andreas Biermann beginnt seine Karriere in der F-Jugend des SC Schwarz-Weiß Spandau Berlin und wechselt kurze Zeit später in die B-Jugend von Hertha BSC. In den Jahren 2000-2008 spielt er für mehrere Regionalligisten, bis er 2008 für den FC St. Pauli und somit die 2. Bundesliga verpflichtet wird. In einer Pressekonferenz am 20. November 2009 gibt Biermann bekannt, dass er am 20. Oktober einen Selbstmordversuch unternommen hat und sich seit dem 13. November wegen Depressionen in stationärer Behandlung befindet. Seitdem ist der zweifache Familienvater vereinslos.
Im Frühjahr 2011 veröffentlicht Andreas Biermann gemeinsam mit dem Autor Rainer Schäfer seine Biographie „Rote Karte Depression - Das Ende einer Karriere im Profifußball“ beim Gütersloher Verlagshaus.

Frnd.tv:
“Freunde fürs Leben”, ein Verein zur Aufklärung über Suizid, hat mit “Freunde fürs Leben TV” (frnd.tv) den ersten WebTV-Kanal gestartet, der sich Themen rund um die seelische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen widmet. Das Programm wird moderiert von Sängerin Vanessa Petruo, die Prominente und Experten interviewt und Hilfsangebote vorstellt.

Info-Portal frnd.de:
Bei Männern bis 25 Jahren ist Suizid die zweithäufigste Todesursache. Junge Frauen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren sind bei den Suizid-Versuchen am häufigsten vertreten. “Freunde fürs Leben e.V.” (frnd.de) haben es sich zur Aufgabe gemacht über die Tabu-Themen “Suizid” und “Depression” aufzuklären. Auf dem Info-Portal frnd.de kann man sich schnell und übersichtlich informieren. Es gibt Aufklärung über Vorurteile, Fakten, Literatur-Tipps und Web-Links sowie Selbsttests und zahlreiche Hilfe-Adressen.

Weiterführende Links und Websites:

Link zum Video:

Teil 1: youtube.com/watch?v=ro44Tis000M
Teil 2: youtube.com/watch?v=bZ2xSIo5TOE

Freunde fürs Leben e.V.: frnd.de, frnd.tv

Andreas Biermann: andreasbiermann.com/

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