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Baden-Württemberg: Norovirus-Infektionen steigen explosionsartig an


Norovirus-Epidemien werden durch kaltes Trinkwasser ausgelöst - Ultra- und Nanofiltration können Viren aus dem Trinkwasser filtern


NEWS-EINTRAG aus der Kategorie Politik vom 27.12.07 - 11:56 Uhr:

 

Während der herbstlichen Volldurchmischung des Bodensee bei 6°C sinken die Noroviren zu den tiefer gelegenen Trinkwasserentnahmen ab. In Baden-Württemberg mit seinem erheblichen Trinkwasseranteil aus dem tiefen und kalten Bodensee stellt sich das Herbstmaximum der Norovirus-Infektionen erst gegen Ende des Jahres ein - stets einen Monat später als z.B. in Sachsen mit seinen mittelgroßen Talsperren -, weil das Bodenseewasser erst dann voll durchmischt ist.


Baden-Württemberg hat in diesem Jahr dem Robert Koch-Institut Berlin bis zum 9. Dezember 2007 bereits 14.257 Norovirus-Infektionen gemeldet.

Die Kälte ist der mit Abstand wichtigste Faktor zur Konservierung ansteckender Viren, auch im Trinkwasser. Die - ohne jeden vernünftigen Zweifel - durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser primär ausgelöste Norovirus-Saison 2007/2008 hat in Deutschland in der 38. Woche begonnen: Exakt - wie jedes Jahr - bei Trinkwasserleitungstemperaturen von weniger als 15°C. Norovirus-Infektionen haben nach kühleren Sommern (2002, 2004 und auch 2007) Herbstgipfel, wenn ansteckende Noroviren im Spätsommer in stehenden Gewässern bei Temperaturen von weniger als 15°C in der Sprungschicht zwischen dem tiefen kalten Wasser und der oberen warmen Wasserschicht eingeschichtet wurden. Während der herbstlichen Volldurchmischung der Wasserkörper bei 10°C (kälterer Bodensee 6°C) sinken die Noroviren zu den tiefer gelegenen Trinkwasserentnahmen ab oder gelangen von den stehenden Oberflächengewässern in das Grundwasser. Nach wärmeren Sommern wie 2006 fallen die Infektionsmaxima mit den winterlichen Maxima der Kältesummen im Februar/März zusammen.

Norovirus-Infektionen werden fäkal-oral entweder durch Lebensmittel oder das Trinkwasser ausgelöst. Lebensmittel haben in unserer Zivilisation das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Trinkwasser verändert im Jahresverlauf seine Temperatur ganz erheblich.

Welches andere seine Temperatur verändernde Medium kann die offenkundig von den Veränderungen der Temperaturen abhängigen fäkal-oralen Norovirus-Infektionen primär, also initial auslösen, so wie das Trinkwasser?

Das Oberflächenwasser und das Grund- sowie Quellwasser sind auch in Deutschland keineswegs frei von Viren. Die Trinkwasseraufbereitung in Deutschland erfüllt regelmäßig bei weitem nicht die Anforderungen der WHO und der USA an die Vireneliminationsleistung. Desinfektionsverfahren bringen wenig, weil Viruspartikel im Wasser nicht einzeln, sondern verklumpt vorkommen und deshalb von herkömmlichen Desinfektionsmitteln wie Chlor nicht erreicht werden können.

Die Ultra- und die Nanofiltration sind in der Lage, Viren aus dem Trinkwasser zu filtern, und das ohne jeden Zusatz von Chemikalien.

Eine vorsorgende Gesundheitspolitik muss die Infektionsketten durchbrechen. Die wirkungsvolle Trinkwasseraufbereitung würde die Kosten im Gesundheitswesen senken, auch hinsichtlich anderer durch Trinkwasser übertragener Infektionen durch z.B. Adenovirus, Campylobacter, E.-coli-Enteritis, EHEC/STEC, Kryptosporidiose, Salmonellose, Yersiniose. Auch die H5N1-Vogelgrippe kann und wird mit dem Trinkwasser übertragen werden. Eine vorliegende epidemiologische Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die saisonale Influenza mit dem Trinkwasser primär, also initial übertragen wird.

Wilfried Soddemann
Freier Wissenschaftsjournalist
Bauassessor Dipl.-Ing.
Ltd. Regierungsbaudirektor i.R.
BBU e.V. Mitglied
Bundesverband Buergerinitiativen Umweltschutz
dugi e.V. Mitglied
Deutsche Umwelt-Gesundheits-Initiative
IGUMED e.V. Mitglied
Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin
eMail: soddemann-aachen@t-online.de
Homepage: dugi-ev.de/information.html
Epidemiologische Analyse: dugi-ev.de/TW_INFEKTIONEN_H5N1_20071019.pdf

Wilfried Soddemann befasst sich mit technischem Umweltschutz, Umwelt- und Trinkwasserhygiene sowie der Epidemiologie der Infektionserkrankungen in Deutschland.

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