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Das ist veraltet. Der moderne Taschendieb nennt sich heute Sniffer und scannt Kreditkarten ab.

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Das Märchen vom Taschendieb, der zum High-Tech-Sniffer wurde


Eine wahre Geschichte zum wundern, weinen und was-kann-ich-daraus-lernen oder wie EU-Verordnungen unsere Taschen- und Trickdiebe zum Aufrüsten zwingen


NEWS-EINTRAG aus der Kategorie Recht / Gesetz vom 13.04.14 - 07:39 Uhr:

 

Wenn Taschen- und Trickdiebe in früheren Zeiten zuschlugen, dann war das noch ein halbwegs "sportlich-klassischer" Vorgang. Nun werden sie zu sog. Sniffern, die Kreditkartendaten in Körpernähe mit High-Tech-Scannern abgreifen. Dagegen hilft nur vorbehaltlose Information und u.U. die Abkehr von der lieb gewordenen ledernen Geldbörse.


Es war einmal ein junger Mann, der zum Taschendieb wurde, weil er nichts anderes gelernt hatte und seine Eltern so viel mit sich selbst zu tun hatten, dass sie sich nicht auch noch um ihn hätten kümmern können. Er begann seine "Karriere" in der Umkleidekabine beim Schwimmunterricht, wo er einem Schulkameraden die Geldbörse aus dem Ranzen stahl. Kaum ein Jahr später war er so weit, dass er derlei lederne Münzen- und zuweilen auch Geldscheinbehälter aus der Gesässtasche von Mitschülern ziehen konnte. Wahre Freunde verschonte er und fühlte sich dabei prächtig und mächtig.

Da Keven -so hiess der junge Mann- keinen Bock auf Lernen hatte und seine Eltern sich scheiden ließen als er 18 wurde, streunte er als Tagelöhner herum, mal hier, mal da, mal dort. Eines Tages traf er zwei Burschen, die wie er von Gelegenheitsarbeiten und kleinen Diebstählen lebten und sie beschlossen, das Leeren von fremden Taschen und Geldbeuteln zu ihrem Hauptberuf zu machen.

Von nun an reisten sie per Eisenbahn im freizügigen Gebiet der Europäischen Union, auch EU genannt, herum und hielten auf großen Bahnhöfen Ausschau nach Touristen mit wertvoll aussehendem Gepäck. Und wenn sie einen solchen oder gar ein Pärchen erspäht hatten, dann stiegen sie gleichzeitig in den wartenden Zug ein. Noch bevor die vollgepackten Touristen ihr Abteil erreichen konnten rempelte einer der drei Ganoven den Reisenden an, der zweite tat so, als ob er über den ersten stolpern würde und ließ sich auf den Boden fallen ... und Keven, der dritte, nahm dem überraschten Touri im so entstehenden Gedränge Geldbörse, Fototasche, Handy und -manchmal- sogar einen kompletten Aktenkoffer mit wertvollem Inhalt ab. Inzwischen entschuldigte sich der erste umständlich beim Bestohlenen, der zweite schimpfte laut auf den ersten und Keven stieg in aller Ruhe am gegenüber liegenden Waggonende wieder aus. Mit der Beute wartete er in einer nahe gelegenen Kneipe auf seine Kumpane, die entweder noch vor Abfahrt des Zuges ausgestiegen oder eine Station weiter gefahren waren.

Mit dieser Zirkus reifen Nummer hatten sie viel Erfolg und beklauten und beklauten viele, viele unvorsichtige Reisende ohne ein einziges Mal erwischt zu werden. Sie waren klug genug, um Schweden und einige andere nordische Länder zu meiden, weil dort nur noch 3% der Wirtschaftsleistung als Banknoten und Münzen im Umlauf waren, in der Euro-Zone jedoch 10%.

Es begab sich aber, dass mit der Richtlinie 2009/110/EG der EU-Kommission vom August 2012 der Weg für "innovative und sichere E-Geld-Dienstleistungen" frei gemacht und somit das Bargeld peu à peu abgeschafft wurde. Statt dessen hatten die Bestohlenen überwiegend nur noch Kreditkarten im weiterhin ledernen Geldbeutel deponiert oder ihr Bankguthaben gar im Handy gespeichert.

Die Beute der "Dreierbande" wurde magerer und magerer, denn mit Kreditkarten und elektronisch gespeicherten Guthaben ließ sich kein Staat machen, ohne über deren Geheimdaten zu verfügen, die nur ganz selten bei einem besonders leichtsinnigen Touristen auf einem Zettel in ihre Hände fielen.

Schließlich zerstritten sich die drei ehemals so erfolgreichen Meisterdiebe und gingen getrennte Wege. Zwei landeten bald im Gefängnis und auch Keven war nahe daran aufzugeben und seinem Leben ein Ende zu machen. Wie er das am schmerzlosesten bewerkstelligen könnte, versuchte er auf YouTube ausfindig zu machen. Einen guten Strick hatte er schon auf Ebay für wenig Geld ersteigert, traute sich aber nicht so recht mit dem Knoten. Bei seiner Suche nach der optimalen Verknotung stiess Keven dann auf das YouTube-Filmchen, das sein Leben verändern sollte: "How to hack RFID-enabled credit cards". Er legte den Strick beiseite und besorgte sich für 8$ bei Ebay einen gebrauchten elektronischen Sniffer, mit dem er von nun an in Körpernähe die Kreditkarten-Zugangsdaten auslesen konnte. Anschließend konnte er bequem an einem Geldautomaten den maximalen Tagessatz des Bestohlenen abheben, falls ihm auch der Geldbeutel mit Inhalt in die geübten Taschendiebhände fiel. Oder er speiste die gescannten Daten einfach in Kreditkartenrohlinge ein, die er sich bei einem Freund namens Pjotr im Hunderterpack besorgt hatte.

Und so lebte unser Keven bald wieder auf großem Fuß, hatte ab und zu ein leidlich schlechtes Gewissen, wenn er Kreditkartendaten auf der Fantribüne seines Lieblingsfußballvereins vom Nachbarn abgriff. Besser fühlte er sich bei Freiluftkonzerten. Im Kino und im Theater hatte er gar das Gefühl, sich kulturell nützlich zu machen. Einmal am Tag lobte er die EU wegen deren Hang zum bargeldlosen Verkehr. Und wenn er nicht gestorben ist, dann "googelt" der High-Tech-Taschendieb immer noch vergebens nach "Geldbeutel" und "diebstahlsicher" und freut sich, so er nichts findet und die Leute weiterhin ihre Kreditkarten schutzlos in ledernen Hüllen mit sich herum tragen.

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