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Trotz Warnungen: Politik ignoriert Adipositas-Epidemie


Stiefmütterliche Behandlung der Adipositas birgt Gefahren für das Gesundheitssystem. In Deutschland leiden immer mehr Menschen an Übergewicht und Adipositas.


NEWS-EINTRAG aus der Kategorie Gesundheit / Medizin vom 05.09.14 - 07:19 Uhr:

 

Das Gesundheitssystem wird jedes Jahr durch Kosten für die Behandlung der Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II, Bluthochdruck und Herzkrankheiten mit zweistelligen Milliardenbeträgen belastet. Durch Präventionsmaßnahmen könnten diese Kosten deutlich reduziert werden.


Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass Deutschland in Sachen Prävention von Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes hinter der internationalen Entwicklung zurückliegt. Nicht zuletzt will die Bundesregierung nun auch noch die Finanzierung des Kompetenznetzes Adipositas einstellen. Wie wenig ernst die politischen Entscheidungsträger das Thema nehmen, zeigt eine aktuelle und vergleichende Erhebung der Europäischen Adipositas-Gesellschaft (EASO).

Die aktuelle EASO-Studie, welche die Wahrnehmung des Themas Adipositas unter politischen Entscheidungsträgern („Policymakers“) in elf Ländern analysierte, zeigt auf, dass in Deutschland erhebliche Lücken im Wissen über Verbreitung und Gefahren der Adipositas bestehen. 93 Prozent der Befragten wissen nicht, wie viele Deutsche von Übergewicht und Adipositas betroffen sind. Etwa 80 Prozent der für die Studie befragten Entscheidungsträger schätzen die Anzahl der Menschen mit Übergewicht in Deutschland viel zu gering ein. Nur 13 Prozent kennen überhaupt die Definition von Adipositas anhand des Body Mass Index (BMI). Damit schneiden die deutschen Politiker deutlich schlechter ab als zum Beispiel ihre Kollegen in Dänemark oder England. Der europäische Vergleich zeigt auch, dass andere Länder in Sachen Bekämpfung der Adipositas-Epidemie deutlich aktiver sind als Deutschland.

Diskriminierung der Adipositas durch die Politik
Obwohl auch Deutschland die „Europäische Charta zur Bekämpfung der Adipositas“ im Jahr 2006 unterschrieben hat, messen die politischen Verantwortlichen dem Thema Adipositas hierzulande kaum Bedeutung bei. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass

(I) die Bundesregierung auf der letzten UN-Konferenz zu nichtübertragbaren Krankheiten (NCD) im Juli 2014 nicht angemessen vertreten war,
(II) die Bundesregierung das Kompetenznetz Adipositas nicht weiter fördern will und
(III) der Gemeinsame Bundesausschuss kürzlich ein „Disease Management Programm“ (DMP) für Adipositas abgelehnt hat, so dass Betroffene auch weiterhin keinen Anspruch auf eine Behandlung haben.

Weiterförderung des Kompetenznetzes Adipositas notwendig
„Mir fehlt in der Politik das grundsätzliche Verständnis für die Probleme, die wir momentan im Zusammenhang mit Adipositas haben. Man kann im Grunde von einer Diskriminierung der Menschen mit Adipositas durch die Politik sprechen“, sagt Professor Hans Hauner, einer der Sprecher des Kompetenznetzes Adipositas. „Die Komplexität des Problems ruft nach einem gesamtgesellschaftlichen Ansatz, dafür sind Strategien in Zusammenarbeit von Politik mit Betroffenen, Wissenschaftlern, Krankenkassen, Bildungseinrichtungen und anderen Stakeholdern nötig“, so Hauner.

Auch Professor Manfred J. Müller (Sprecher des Kompetenznetzes Adipositas) plädiert für weitere Investitionen in wissenschaftliche Projekte zur Erforschung von Sektor-übergreifenden Präventions- und Therapiemaßnahmen sowie der Wirksamkeit medizinischer Eingriffe zur Vorbeugung und Bekämpfung der Adipositas. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geplante vorzeitige Einstellung der Fördergelder für das seit 2008 erfolgreich laufende bundesweite Kompetenznetz Adipositas hält er für unverantwortlich. Die durch Steuermittel geschaffene Expertenplattform müsse dringend erhalten bleiben.

Die Verantwortung und rechtliche Belangbarkeit dieses Artikels liegt ausschließlich beim unten genannten Redakteur!

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